Klottenfrei 2016

Mein Vorsatz für 2016: Keine klamotten kaufen

Dezember 2015

Kein Jahr ohne Vorsatz, oder? Ich habe mir eigentlich nur selten was vorgenommen, und wenn, aus purer Ironie. Oder als Bankrotterklärung an das eigene Durchhaltevermögen z.B. nach unerfüllten Abnehmversuchen,  als ich allen Spaßes halber gesagt hatte, ich wolle im neuen Jahr statt ab- mal drei Kilo zunehmen. Hat leider nicht  geklappt, es war nur eins. Mist 😉
An einen anderen Vorsatz hingegen hatte ich in einem der vergangenen Jahre bis über den Sommer hinweg gehalten, nämlich an den, einmal pro Woche ein Kleid oder einen Rock zu tragen. Das hatte mir  gefallen, denn ohne Vorsatz wäre ich in üblichen Jeans durchs Leben gelaufen.

Dieses Jahr also was Neues. Im Dezember schoss mir der Gedanke durch den Kopf, ein Jahr lang keine neuen Klamotten zu kaufen. In der gleichen Millisekunde gesellte sich der Teufel zum  Vorsatz und raunte: Das schaffst Du nie. Egal, ich könnte es ja mal probieren. Und zwar nicht, weil ich die Welt retten wollte (sorry, das wäre jetzt echt zu edel von mir) sondern weil ich eigentlich genug Klamotten habe. Unter anderem auch deshalb, weil ich mir im Zweifel immer was nähen kann. So sollte der Vorsatz doch ohne Schmerz zu schffen sein! Denn Stoff habe ich bis unter das Dach, und wenn mich die Lust packt, nähe ich auch wirklich genug.

Mein Kleiderschrank wäre sicher eine große Enttäuschung für „Shopping-Queen-Hausgäste“. Mit einem Meter Breite, aufgeteilt in eine Kleiderstange und drei Schubladen komme ich prima aus. Dicke Strickpullis lagere ich woanders. Und die dicken Wintermäntel auch. Der Grund für die Übersichtlichkeit ist, dass ich halbjährlich konsequent ausmiste und Überschüssiges auf Basaren oder im Secondhand-Laden verkaufe. Eigentlich eine völlig überflüssige Aktion, die ich nur deshalb mache, weil ich a) offenbar zuviel kaufe/nähe und b) mir nach einiger Zeit das gekaufte/genähte nicht mehr so richtig gefällt. Ich stelle fest: ein echtes Luxusproblem. Und sinnloser Überfluss. Vielleicht verbessere ich die Welt mit meinem Vorsatz doch ein bisschen 😉

Ohje, den ersten Sale nach Weihnachten ignorieren, die ersten Frühjahrsmodelle liegen lassen, schönen Farben und luftigen Modellen die kalte Schulter zeigen – Ich sehe mich schon in Gedanken scheitern, finde aber gleichzeitig Geschmack an der kühnen Idee, mich ein ganzes Jahr lang auf die Probe zu stellen.
Damit ich nicht gleich beim ersten Stadtbummel einknicke, beginne ich mal aufzuschreiben, wie es mir mit meinem Vorsatz geht. Mal sehen, ob ich über den Januar hinwegkomme. Begleitet mich einfach ein paar Tage. Das würde mich freuen.

Habt Ihr einen Vorsatz konsequent durchgezogen? Oder doch nicht? Wo lagen die Hemmnisse, was hat Euch beflügelt? Schreibt es mir, ich bin gespannt.

Januar 2016

Das war ja ein leichter Einstieg: Eine Erkältung rund um die Weihnachtsfeiertage hatte mich erwischt und damit jegliche Lust auf Shopping schon mal im Keim erstickt, so dass ich damit prahlen kann, dass ich schon seit Ende Dezember Kauf-enthaltsam war ;). Aber schon in der ersten Januarwoche hat quasi mein Unterbewusstsein zugeschlagen. Ich war beim Discounter einkaufen und bin kurz vor der Kasse am Sonderangebotstisch hängen geblieben: Grobstrickjacken waren nicht nur günstig, sondern supergünstig, so dass ich ohne Nachzudenken das einstellige Euroschnäppchen in den Wagen gelegt habe. Erst im Auto ist mir schlagartig eingefallen, dass ich doch klottenfrei bleiben wollte!

Und ich bin hart geblieben: Bin am Abend zurück in den Aldi und hab die Jacke  wieder zurückgebracht! Nun könnte man sagen, dass es für jemanden, der sich die Klamotten beim Aldi kauft, auch nicht so schwer sein kann, komplett darauf zu verzichten: kein Stil, kein Geschmack, kein Qualitätsbewusstsein. Jedenfalls ging mir dieser Gedanke durch den Kopf. Allerdings zeigt es etwas anderes: Nämlich die Tatsache, wie schnell ich mal ein Kleidungsstück mitnehme, ohne wirklich darüber nachzudenken: eine Jacke für 7,99 – nehm ich mit. Ein T-Shirt für 15 Euro, da denke ich nicht lange nach. Und so sammelt sich in einer Saison ein Sammelsurium an Klamotten an, die mir gar nicht 100%ig gefallen. Denn ehrlich: An der Aldi-Jacke hat mich mehr der Preis als das Modell fasziniert, der Gedanke, dass ich mir diesen Schnapp einfach nicht entgehen lassen darf.

So ging der Januar ins Land, und obwohl ich von allen Seiten gehört habe, wie günstig gerade vieles in den Läden zu haben ist, bin ich hart geblieben. Sogar ein Besuch im TKmaxx, meinem liebsten „Wundertütenladen“, der ständig mit einer verhängnisvollen Kombination lockt, nämlich modisch UND günstig zu sein, habe ich eiskalt ohne einen Euro auszugeben, verlassen.

Ein Zwölftel ist geschafft. Wer will da zweifeln, dass ich den lächerlichen Rest nicht auch noch locker überstehe….

Februar 2016

29 Tage sind im Februar vergangen, was auch bedeutet, dass ich in diesem Monat einen Tag länger auf die Probe gestellt worden bin, als es in einem Februar üblich wäre.

Zudem ist in diesem Monat Karneval und darauf folgend der Aschermittwoch. Den habe ich in den letzten Jahren als Startdatum zum Fasten bis Ostersonntag gewählt. Süßigkeiten zu entsagen ist scheinbar schwieriger als auf Klamotten zu verzichten und so habe ich zum ersten Mal seit Jahren das Fasten schon am zweiten Tag aufgegeben. Nicht schön, das gebe ich zu, aber ich glaube tatsächlich, dass meine Psyche mit einem Verzicht allein schon genug beschäftigt ist.

Während ich an manchen Tagen völlig immun war, gab es doch auch andere, an denen ich das dringende Bedürfnis verspürt habe, mir etwas gutes zu tun. Diesem Bedürfnis habe ich dann auch zweimal nachgegeben. Nicht etwa beim Klamottenkaufen, sondern beim Friseur. Dort habe ich zur ohnehin schon kostspieligen Friseurdienstleistung mir einen Haarfestiger gegönnt. Über 20,– € und vermutlich eine sehr schwachsinnige und überflüssige Investition. Schon als ich es gekauft habe, war mir klar, dass ein Produkt aus der Drogerie für 3,50 € mir ebenso gute Dienste leisten würde. Aber ich WOLLTE das Zeug! Und außerdem ist es kein schnöder Schaumfestiger, sondern Volume Booster. Und es kommt aus Paris. Steht jedenfalls drauf, selbst wenn es vielleicht doch nur in Pforzheim produziert wird. Und je länger ich es benutze, umso mehr beschleicht mich der Verdacht – nein, die Überzeugung – dass meine Haare irgendwie geboostet und voluminösere sind, und es somit gut angelegtes Geld ist. Und warum sollte ich es mir nicht gönnen, wo ich doch sonst auf „alles“ verzichte?!

Schwächeanfall Nummer zwei erlitt ich bei depot. Dort sprang mir ein ganz entzückendes Bestelltischset ins Auge. Glasplatten auf Holzfüßen, sehr schön designt, ein bisschen nordisch, ein bisschen clean im Look, auf jeden Fall ganz mein Geschmack. Und es kostete nur noch die Hälfte, es war von 90,– € auf 44,90 € reduziert worden. Ein super Schnäppchen, zwei Tische zum Preis zweier Volume Booster, das ist doch schon mal eine Überlegung wert.

Aber: Hab ich nicht schon einen Beistelltisch im Wohnzimmer? Ja, hab ich. Aber er repräsentiert einen ganz anderen Stil, eher orientalisch, viel opulenter, und außerdem hab ich den schon ein paar Jahre lang. Kurzum hab ich ihn in Gedanken schon auf die Terrasse verfrachtet und vor meinem geistigen Auge festgestellt, dass er dort ganz prima aussieht. Keineswegs degradiert, sondern neu in Szene gesetzt – und den Karton mit den Glastischen zur Kasse geschleppt.

Damit Ihr seht, dass dieser Kauf eine gute Entscheidung war, zeige ich Euch mal am Bild, wie schön die Tische aussehen. Sie sind zusammen mit der gewählten Frühjahrsdeko mein liebster Blickfang im Moment. Und der macht fast vergessen, dass ich ganz nebenbei meinem Hauptanliegen treu geblieben bin: ich habe mir keine neuen Kleider gekauft. Kein Oberteil, keine Hose, kein Rock, keinen Pulli, kein T-Shirt, nichts! Wenn ich so zurück gucke, find ich das ganz toll und bin schon jetzt ein kleines bisschen stolz auf mich. Allerdings setzt sich schon ein kleines Verlangen in mir fest, habe ich doch gelesen, dass Jette Joop demnächst eine Kollektion beim Discounter verkauft… Den Gedanken wische ich schnell zur Seite, bis April werde ich das sicher vergessen haben.

tiny_Glastisch

 

Auch eine Ersatzbefriedigung habe ich mir nicht geschaffen, denn genäht habe ich mir in diesem Jahr noch nichts. Darüber bin ich nicht so glücklich, aber im Moment fehlt mir die Zeit und der auslösende Impuls, der mich an die Nähmaschine treibt und schöne Textilien entstehen lässt. Schreibe es und beiße in den frischen Schokokuss.

März 2016

Jetzt ist schon der halbe April ins Land gegangen und ich hab immer noch nicht geschrieben, wie mein klottenfreier März war. Aber in letzter Zeit habe ich ein bisschen viel um die Ohren gehabt und auch eine einwöchige Auszeit am Meer, so dass ich das Aufschreiben immer wieder verschoben habe. Daher mache ich es kurz: Ich war eisern! Immer noch keine Kleidung gekauft. Ich kann es selbst kaum glauben!

Allerdings habe ich mir zwischenzeitlich zwei Oberteile genäht. Die Fotos stelle ich nächstens mal ein. Die hätte ich aber sicher auch genäht, wenn ich mir was fertiges geshoppt hätte. Aber ich gebe zu: es erleichtert schon einiges und es macht den Verzicht icht ganz so schmerzhaft.

Dennoch: eine meiner zwei Jeans ist zerrissen und ist jetzt in die Abteilung „nur noch gartentauglich“ abgerutscht. Es war meine liebste. Sicher auch ein Grund, warum die andere noch unbeschadet ist. Sie gefällt mir aber auch nur halb so gut. Und damit kommen wir zur ersten wirklichen Bewährungsprobe für mich: Ich kann mir nicht vorstellen, die nächsten 9 Monate ohne Jeans durchzuhalten. Da hört der Spaß nun wirklich auf. Auch so ein, zwei Basic- T-Shirts könnte ich sehr gut gebrauchen. Das sind so die Dinge, bei denen ich wirklich ins Grübeln komme und mir über eine Ausrede für die Auszeit vom Vorsatz Gedanken mache.

Hat mein Vorsatz mein Verhalten verändert? eindeutig ja! Noch vor wenigen Wochen bin ich immer mal wieder nach der Arbeit in die Stadt gefahren und auch alle zwei bis drei Wochenenden dort gewesen. Auch wenn ich nur bummeln wollte, meistens habe ich mir was gekauft und mich vom Zufall leiten lassen. Diesen Wunsch verpüre ich nun gar nicht mehr. Ich komme mit dem Verzicht gut klar. Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen, wenn ich mich von den warmen Klamotten verabschiede und langsam die luftigeren Teile dran sind. Aber für den Moment bin ich noch sehr zufrieden mit mir.

Nicht verschweigen möchte ich, dass ich mir vom Urlaub auf der Deutschen liebsten Urlaubsinsel auch was mitgebracht habe. Aber es waren keine Klamotten. Und etwas anderes habe ich mir gegönnt. Nach den zwei Glastischen im Februar war es diesmal ein Schwein. Schwein kann man ja nie genug haben.

(aus irgendeinem mir nicht bekannen Grund krieg ich das Schweinebild hier nicht hochgeladen. Ärgerlich. Ich versuche es später nochmal. Ihr müsst es Euch unbedingt ansehen, das Schwein ist jeden Blick wert 🙂 )

Hier ist es:

Schwein_tiny

 

April 2016

Oh je, ich hinke hinterher!

Aber ich hoffe, Ihr bleibt mir beim Lesen noch treu. Worüber ich schreiben möchte und muss, ist das Thema mit der Jeans. Dieses Thema bringt mich echt ins Wanken. Damit ich nicht schwach werde, habe ich mich zunächst meiner weniger geliebten Jeans angenommen: Die Bundschlaufen sind nämlich in der Hälfte durchgenäht, so dass der dazu passende schmale Jeansgürtel zweimal durchpasst, praktisch einmal durch den oberen und einmal durch den unteren Tunnel. Dieses System, dieses Design, hat mich schon die ganze Zeit gestört. Ist irgendwie so gar nicht lässig. Und nervt beim An- und Ausziehen. Jedesmal muss man den Stoffgürtel entweder auffriemeln oder verknoten. Das hält nie so richtig gut, macht sich bei der Passform negativ bemerkbar und ist irgendwie uncool.  Also habe ich als ersten Schritt kurzerhand die Nähte aufgetrennt, und schon passt ein robuster Ledergürtel durch! Dann habe ich die Beine ein wenig aufgekrempelt – kann man jetzt ja im April schon ganz gut machen – und siehe da: jetzt gefällt sie mir schon wieder ziemlich gut. Mehr „boyfriendig“. Aber eine klassische 5-Pocket-Jeans ist sie nicht und kann sie auch nicht ersetzen. Und schon höre ich aus meinem Freundeskreis, dass ich für eine Jeans doch meinen Vorsatz mal kurz unterbrechen kann. Aber gerade das wäre doch zu einfach. Jetzt, wo der Verzicht anfängt ein bisschen weh zu tun, kann ich doch nicht gleich so ganz selbstverständlich mit der Ausnahme um die Ecke kommen. Zudem macht sich eine ganz unerwartete und sonderbare Erkenntnis breit:

Ich spüre den Verzicht gar nicht. Sehr sonderbar. Total unerwartet. Unglaublich.

Während meine Freundinnen bei unserer Städtetour letztes Wochenende in Bamberg u.a. auch durch die Boutiqen geschlendert sind und das eine oder andere zugegeben schöne Teil geshoppt haben, hat mich das alles kalt gelassen. Warum bloß? Ich erkenne mich gar nicht wieder! Habt Ihr so eine Erfahrung schon mal gemacht?

Statt das Geld für Klotten auszugeben, habe ich mich lieber auf dem ersten Flohmarkt des Jahres in den romantischen Gassen von Bamberg rumgetrieben und dort in überflüssige, aber reizende Staubfänger investiert. Eine kleine verschnörkelte Vase zum Beispiel. Die Verkäuferin erzählte von ihrer Tante, die im letzten Jahr 105-jährig gestorben war. Die Vase gehörte der geschiedenen Frau von Hofrat Schlagintweit, deren Gesellschafterin sie gewesen war. Und die Vase von ihr geschenkt bekommen hatte. Schöne Geschichte, oder? Selbst wenn man weder  den Hofrat noch die anderen von ihr erwähnten Personen kennt, gibt eine Geschichte einem Artikel doch den faszinierenden Reiz. Und so gingen neben der Vase noch ein Porzellanreh, uralte, handgeschnitzte Schachfiguren und ein kleines magnetisches Playmobil-Flughafen-Miniset in meinem Besitz über. Wer braucht da noch eine Jeans?

Dusollstnichtsparen

Welche Gedanken kommen Euch zu diesem Thema? Fällt Euch eine Analogie dazu ein? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Lasst es mich wissen, ich freue mich auf Eure Kommentare.

Mai 2016

Stellt es Euch vor: ein lauer Frühlingsabend nach einem anstrengendem Arbeitstag. Ich schlendere durch die Stadt, gönne mir ein Eis (3 – drei! – Kugeln), lasse mich von Schaufenster zu Schaufenster treiben und entspanne spürbar. Die angenehme Wärme, das wohlige Licht, der leckere Geschmack auf der Zunge. So schön.

Aber auch so ausgeliefert.

Was ich noch vor wenigen Tagen nahezu eiskalt abgetan habe, erwischt mich jetzt mit voller Wucht. Überall sehe ich Teile, die ich gerne kaufen möchte: eine Hose in 7/8 Länge, eine Leinenbluse in leichter A-Linienform, ein T-Shirt, …. och Mann, ist doch scheißegal, ich kauf mir das jetzt einfach. Ist doch total wurscht,…. wen schert es ob ich schwach werde oder nicht…, ich brauch doch dringend mal was Neues,…. hab nur langweiligen Kram an,…. würde mir das guttun, wenn ich mal was Neues hätte, was Aktuelles, was Stylishes, vor allem was sommerliches….

Das Eis in meiner Hand hat mich gerettet. Damit konnte ich nicht in die Läden rein und ich hatte Zeit, mir auszumalen, welche Konsequenzen es hätte, wenn ich jetzt schwach werden würde. Ich habe gemerkt, dass ein Vorsatz mehr ist als das. Er wirkt wie ein Vertrag, den man nicht bricht. Der mich bindet und dessen Bruch Auswirkungen hat: Wäre ich schwach geworden, wären wahrscheinlich alle Dämme gebrochen. Nach knapp fünf Monaten hätte ich aufgegeben und zumindest an diesem Abend mindestens vier Teile geshoppt. Ich hätte gespürt, wie gut mir das zumindest kurzfristig tut, und mich in der Konsequenz dauerhaft verleiten lassen. Und meinen Vorsatz als total unsinnig abgetan. Selbst wenn ich anschließend ein schlechtes Gewissen bekommen hätte (oder auch nicht!?)

Rechtzeitig habe ich erkannt, wie gut mir aber noch vor weniger als einem Monat gerade der Verzicht getan hat. Das gleiche Gefühl mit umgekehrten Vorzeichen.

Ich bin schon stolz, dass ich hart geblieben bin, aber ich spüre sogar ein wenig schmerzhaft den Verzicht. Ich bin dem Bruch des Vorsatzes näher als der Standhaftigkeit.

Wo es hingeht? Ich weiß es nicht. Ich schreib es Euch nächsten Monat.

Es wäre übrigens ja auch das Ende dieser Geschichte gewesen, kein Juni, kein Juli, nichts mehr bis Dezember. Aber wäre das schlimm?

Ach so: ich will Euch natürlich auch nicht vorenthalten, was ich mir genäht habe. Neben einer Jacke (von der ich noch kein Foto habe; kommt noch), habe ich diese Bluse genäht.

Bluse_tiny

So ein bisschen „Boden-Look“ wie ich finde. Beim Foto hatte ich den Stehkragen noch nicht festgenäht, daher die Stecknadeln. Die sind jetzt natürlich raus. Wie gefällt sie Euch?

Juni und Juli 2016

Ja, ich war träge und hatte so gar keine Lust mich an den PC zu setzen. Morgen klopft schon der 1. August an, das macht mir dann doch ein bisschen Druck und deswegen schildere ich Euch jetzt doch  noch, wie es mir die letzten beiden Monate ergangen ist. Ein Grund für das zögerliche Aufschreiben könnte allerdings auch sein: Ja, ich habe mir was gekauft! Eine Bluse. Sie hing draußen vor dem Laden und lachte mich an. Und weil ich ja noch in der Stimmung von Ende Mai war, hab ich sie vom Fleck weg gekauft. Im Angesicht aller Bedenken, die ich noch kurz davor in diesen Blog getippt habe. Wurscht. 10 Euro habe ich investiert. Also eigentlich nix. Ich hatte auch kein schlechtes Gewissen. Höchstens die Erkenntnis, dass ich sie eigentlich nicht gebraucht hätte. Für den Momen hatte es mir aber gut getan.

Und sonst?

Ein paar sehr sommerliche Klamotten hatten dank Schietwetter immer noch in einer Tüte überwintert. Die hab ich Anfang Juni mal herausgefischt. Immerhin wollte ich noch wissen, womit ich mich im Sommer (so etwa ab Oktober…) kleiden werde. Die ätzenden Temperaturen ließen da zwar noch nicht darauf schließen, dass ich sie in dieser Saison tatsächlich noch tragen sollte. Ein Teil ist mir dabei in die Hände gefallen, von dem ich echt nicht wusste, dass ich es überhaupt habe. Überraschung!

Ein knielanger Rock. Selbstgenäht. Noch nicht mal an den Stoff konnte ich mich spontan erinnern! Schön. Da hab ich mich echt gefreut und gleich mal anprobiert. Naja, statt des schwachsinnigen Klottenfrei-Vorsatzes hätte ich besser mal vor Ostern gefastet, ein bisschen knapp sitzt er schon! Ich habe ihn sehr häufig getragen, denn kaum hatte ich ihn ausgepackt, wurde das Wetter toll.

In der Zwischenzeit habe ich mir noch eine weitere Bluse und zwei T-Shirts genäht, ein Seidenstoff liegt schon fertig ausgeschnitten hier und soll zu einem langen, nachtblauen, lässigen Kaftan werden. Die Lust mir was fertiges zu kaufen liegt bei Null. Ich freue mich gerade einfach riesig über den Kreativ-Flash, der mich gerade überfällt. Also, August, ich komme. Und ich werde nicht schwach werden. Bestimmt nicht. 🙂