Baumgarderobe

Wir haben renoviert. Neben dem Kraftakt, der so eine Aktion auch immer mit sich bringt, haben wir aber auch die Gelegenheit genutzt, die Ideen, die schon lange in uns schlummern, umzusetzen. Eine davon ist unsere neue Garderobe. Eigentlich war es höchste Zeit dafür, denn wir hatten tatsächlich noch nie eine. Unsere Klamotten hingen immer über einer Staffelei im Flur. Die hat nun endlich ausgedient, bzw. darf sich ihrer eigenen Bestimmung erfreuen. Doch das ist ein anderes Thema.

Vor Monaten habe ich einen Mandelstrauch im Garten gestutzt, der schon eher ein Baum war. Schon damals habe ich einige Äste beiseite gelegt. Die haben jetzt ihren großen Auftritt.

Für den Beton habe ich  2,5 Teile Sand mit einem Teil Beton vermischt und soviel Wasser hinzugefügt, bis die Masse cremig wurde, ohne dass gleichzeitig zuviel Wasser drin war. Ich habe die Masse in drei Einheiten angerührt, weil das Rühren echt schwer geht und ich die komplette Menge nicht von Hand hätte bewerkstelligen können.

Metall zur Bewehrung

Ich habe zwei Äste ausgewählt und sie miteinander mit Panzerband verbunden Damit sie auch fest verankert sind, hat mein Mann auf Bewehrung bestanden: Er hat Metallschrauben in die unteren Ende der Stämme geschraubt und Hasendraht darum gewickelt.

So ausgerüstet, haben wir den Stamm in die Mitte eines ovalen Eimers platziert. Mein Mann hielt den Baum fest, während ich die Masse eingefüllt habe. Damit der Baum nicht kippt, ist es also sinnvoll, zu zweit zu arbeiten. Erst habe ich befürchtet, dass die zähe Betonmassse  den Hasendraht nicht durchdringt, aber alles ist gut gegangen. Kaum war alles eingefüllt, ist mir siedendheiß eingefallen: Öl vergessen! Normalerweise hätte ich vor dem Einfüllen den Eimer großzügig mit Öl auspinseln müssen, damit sich der feste Betonfuss nach dem Trocknen auch wieder gut lösen lässt. Daran solltet ihr immer denken. Es ist zum Glück auch so alles gut gegangen, allerdings mussten wir nach der Trockenzeit den Eimer komplett aufschneiden um den Betonfuß heraus zu schälen.

 Blasenfreier Beton

Bei kleinen Betonarbeiten muss die Gussform nach dem Befüllen leicht gerüttelt werden, damit keine Blasen im Beton bleiben. Das geht bei einem solchen Projekt leider nicht, das Teil ist viel zu schwer und der Stamm natürlich nicht gesichert. Um aber auch hier keine Blasen entstehen zu lassen, haben wir mit einem Holzstock mehere Male in den Beton gestoßen. Das hat den gleichen Effekt. Gleichzeitig hat es auch noch dafür gesorgt, dass der Beton auch den Hasendraht gut durchdrungen hat.

 

 

 

 

Danach stellte sich uns noch das Problem der Stabilisation. Hätten wir die beiden Stämme nicht festgehalten, wären sie einfach zur Seite gekippt. Also haben wir ein paar alte Regale, die die Renovierung nicht überstehen sollten, zu Hilfe genommen. Wir haben sie so zurecht gerückt, dass wir die Stämme so anlehnen konnten, dass sie aufrecht standen. So ausgerichtet kam wieder das Panzerband zum Einsatz, mit dem wir alles befestigt haben.

Gut, dass kein Gewitter kam. Einem Sturm hätte diese Konstruktion nicht stand gehalten.

Nach 2,5 Tagen haben wir den Eimer eingermaßen mühsam aufgeschnitten.  Et volilà: fertig war unsere Garderobe!

Ich habe neongelben Filz in der Form des Betonfußes mit rundum einem Zentimeter Zugabe ausgeschnitten und die Garderobe darauf platziert. Jetzt ziert sie unseren Flur und ich bin sehr happy damit. Ich habe einen Metallkorb dazu gestellt. Der ist ursprünglich ein Kartoffelerntekorb, von denen ich vier Stück vom Sperrmüll gerettet habe. Er hat schon vor Monaten einen Antirostanstrich erhalten. Jetzt habe ich in noch mit gelber Farbe aufgewertet. Er steht auf einem Betonbeistelltisch, den ich schon mal vor Jahren gemacht habe. Der Korb beherbergt jetzt meine Handtasche.

Witzig ist übrigens noch der „Spitzenschutz“. Dafür habe ich eine dieser Blätterhilfen im Schreibwarenhandel besorgt und schon malprobeweise auf einem Ast befestigt. Sie passt sicher nicht auf jeden Ast, aber süß sieht es aus, finde ich. Davon besorge ich noch mehr.

 

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